Was die Forschung zeigt
Vorlesen fördert – was die Forschung wirklich zeigt
Fast jedem dritten Kind zwischen 1 und 8 Jahren wird in Deutschland selten oder nie vorgelesen (Stiftung Lesen, Vorlesemonitor 2024). Dabei gehört gemeinsames Vorlesen zu den am besten untersuchten Dingen, die Familien für die Sprache ihrer Kinder tun können.
Hier steht, was Studien zeigen – jeweils mit Quelle – und was GuteNachtBuch.de daraus macht.
Was Studien zeigen
- Vorlesen stärkt die Sprache – Eine Auswertung von 19 kontrollierten Studien mit über 2.500 Kindern zwischen 1 und 6 Jahren: Wenn Eltern regelmäßig Bilderbücher mit ihren Kindern lesen, sprechen die Kinder mehr und verstehen mehr. Entscheidend ist, dass es regelmäßig passiert. Quelle: Dowdall et al. (2020), Child Development
- Mitreden wirkt stärker als nur Zuhören – Beim „dialogischen Lesen“ stellen Eltern offene Fragen und lassen das Kind mit-erzählen. Im Vergleich zum reinen Vorlesen wächst so vor allem der Wortschatz, den Kinder selbst benutzen – am deutlichsten bei Zwei- und Dreijährigen. Quelle: Mol, Bus, de Jong & Smeets (2008), Early Education and Development
- Wer Bücher kennt, liest später leichter – Kinder, die früh viel mit Büchern in Berührung kommen, haben im Vorschulalter eine reichere Sprache – und lesen später mehr und besser. Ein sich selbst verstärkender Kreislauf (Zusammenhang aus 99 Studien, keine Ursache im strengen Sinn). Quelle: Mol & Bus (2011), Psychological Bulletin
- Erzählen lernt man durch Erzählen – Eltern, die angeleitet wurden, mehr offene Fragen zu stellen und ihr Kind weitererzählen zu lassen, hatten Kinder mit größerem Wortschatz – und ein Jahr später erzählten diese Kinder selbst besser (kleine, aber randomisierte Studie). Quelle: Peterson, Jesso & McCabe (1999), Journal of Child Language
- Was mit mir zu tun hat, merke ich mir – Kinder zwischen 4 und 6 merken sich Dinge besser, die mit ihnen selbst verbunden sind („Selbstbezugseffekt“). Für Bücher, in denen das eigene Kind vorkommt, ist die Forschung noch jung und klein – wir nehmen das als guten Grund, nicht als Beweis. Quelle: Cunningham et al. (2014), Child Development; Kucirkova et al. (2014), First Language
- Ein festes Abendritual tut gut – In einer Studie mit über 400 Kleinkindern führte ein festes Abendritual schon nach zwei Wochen zu ruhigeren Abenden und weniger nächtlichem Aufwachen. Eine Gute-Nacht-Geschichte kann ein schöner Teil davon sein. Quelle: Mindell et al. (2009), Sleep
- Gemeinsam ist besser als allein am Bildschirm – Mit gedruckten Büchern sprechen Eltern und Kleinkinder mehr miteinander als mit Tablet-Büchern. Deshalb sind unsere Bücher zum gemeinsamen Vorlesen gemacht – und auf Wunsch auch gedruckt. Die Vorlesestimme ist ein Extra, kein Ersatz für euch. Quelle: Munzer et al. (2019), Pediatrics
Was GuteNachtBuch.de daraus macht
- Euer Kind erfindet mit – Ort, Figuren, Idee: Die Geschichte entsteht aus dem, was euer Kind erzählt – das Gespräch beginnt schon vor der ersten Seite.
- Gemacht zum Vorlesen – Große Bilder, kurze Seiten, ein Text, der laut gelesen gut klingt. Die Vorlesestimme hilft, wenn ihr mal nicht könnt.
- Jeden Abend ein neues Buch – Im KreativKinder-Club entsteht jeden Tag ein eigenes Buch – damit Vorlesen ein festes Ritual werden kann.
- Wortschatzkiste & Schreibtipp – In der Geschichtenwerkstatt gibt es jede Woche drei neue, überraschende Wörter zum Einbauen und einen kurzen Schreibtipp, beides auch zum Anhören.
- Auch auf Papier – Jedes eigene Buch lässt sich als Hardcover drucken – für die Kuschelzeit ohne Bildschirm.
Ehrlich gesagt
Die Studien oben untersuchen Vorlesen und Gespräche über Bücher allgemein – nicht GuteNachtBuch.de. Unsere App kann diese Momente leichter machen; die Wirkung entsteht beim gemeinsamen Lesen.
Wir versprechen nicht, dass euer Kind „schlauer“ wird, schneller einschläft oder bessere Noten bekommt.
Mitmach-Elemente machen Spaß und laden zum Erzählen ein. Dass Entscheidungen in Geschichten das Lernen verbessern, ist nicht belegt – zu viele Knöpfe können sogar ablenken (Takacs et al., 2015).