Gute-Nacht-Geschichte
Trudi passt nicht durch die Tür
- ab 4 Jahren
- ca. 4 Min. vorlesen
- 5 Min. anhören
- 16 Seiten
- Papierkunst
Kostenlos und ohne Anmeldung. Das Buch öffnet sich auf dem Schreibtisch – „Vorlesen lassen“ startet die Erzählstimme.
Die Geschichte zum Vorlesen

Schildkröte Trudi hat ihr Haus immer dabei. Heute auch ein Kissen. Sie schläft zum ersten Mal bei Hase Flauschi! Trudi ist so aufgeregt, dass sie fast schnell ist. Fast.

Flauschi wohnt in einem Bau unter dem Wiesenhügel. Die Tür ist rund und klein. „Komm rein!“, ruft Flauschi von drinnen. Drinnen ist es warm und riecht nach Möhrenkuchen.

Trudi krabbelt vorwärts. Der Kopf passt durch. Die Vorderbeine passen durch. Dann: Rumms! Der Panzer stößt oben an. Ruckel, zuckel – nichts. Trudi passt nicht durch die Tür.

„Zieh den Bauch ein!“, ruft Flauschi. Trudi zieht den Bauch ein. Aber ein Panzer zieht nichts ein. Trudi krabbelt zurück. „Vorwärts geht’s nicht“, sagt sie. „Dann eben seitwärts.“

Trudi legt sich schräg, ganz schief. Flauschi zieht an ihrer Vorderpfote. Ruckel, zuckel – rumms! Seitwärts ist Trudi sogar noch breiter. Trudi passt nicht durch die Tür.

Flauschi holt ein Stück Butter. „Damit flutscht es“, sagt er und reibt den Panzer ein. Jetzt glänzt Trudi wunderschön. Aber flutschen tut sie nicht. „Dann eben rückwärts“, sagt Trudi.

Trudi dreht sich um, ganz langsam. Das dauert. Der Schwanz passt durch. Die Hinterbeine passen durch. Dann: Rumms! Ruckel, zuckel – nichts. Trudi passt nicht durch die Tür.

Flauschi kommt heraus und schiebt. Trudi drückt. „Hau ruck!“ Plopp! Trudi flutscht nach vorne, und Flauschi purzelt hinterher. Beide landen im Gras. Jetzt flutscht es. Nur in die falsche Richtung.

Die Sonne geht unter. Trudi schaut auf die kleine runde Tür. „Ich passe nirgends rein“, flüstert sie. Dann zieht sie den Kopf ein. Ganz tief in ihren Panzer.

Flauschi klopft an den Panzer. Tock, tock. „Trudi? Bist du da drin?“ Drinnen ist es dunkel und still. Und eigentlich ganz gemütlich. Da hat Trudi eine Idee.

Trudi streckt den Kopf heraus. „Ich hab mein Haus doch dabei! Dann schläfst du eben bei mir!“ „Bei dir?“, fragt Flauschi. „Wo wohnst du denn?“ „Genau hier“, sagt Trudi.

Flauschi hoppelt in seinen Bau. Er holt seine Decke, sein Kissen und den Möhrenkuchen. Alles legt er ins Gras, gleich neben Trudi. „Willkommen bei mir“, sagt Trudi stolz.

Sie essen Möhrenkuchen. Krümel fallen ins Gras. Die Grillen spielen ein Gute-Nacht-Lied: Zirp, zirp. Und drei Glühwürmchen knipsen ihre Lichter an. Eins, zwei, drei.

Flauschi kuschelt sich unter seine Decke, ganz dicht an Trudis Panzer. „Dein Haus ist ja warm“, murmelt er. „Die Sonne hat es den ganzen Tag gewärmt“, sagt Trudi.

Über ihnen gehen die Sterne an. So viele! Mehr, als in jeden Bau passen. Flauschi legt die Ohren an. Trudi zieht die Beine ein. Nur ihr Kopf schaut noch heraus.

Trudi passt nicht durch die Tür. Macht nichts. Ihr Haus ist hier. Ihr Freund ist hier. Und oben schaukelt der Mond. Gute Nacht, Trudi. Gute Nacht, Flauschi.

Ende. Gute Nacht!