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Jakob und Mara sitzen mit einem leuchtenden Schuhkarton vor einem Deckenzelt im Wohnzimmer, Mama und Papa schauen heraus

Gute-Nacht-Geschichte

Camping im Wohnzimmer

  • ab 5 Jahren
  • ca. 5 Min. vorlesen
  • 5 Min. anhören
  • 16 Seiten

Alles ist gepackt, doch es regnet in Strömen. Papa versucht es mit Warten, mit dem Zelt im Garten und mit dem Zelt im Wohnzimmer – bis es über ihm zusammensinkt. Dann hat Jakob eine Idee: Mit einem Schuhkarton, sieben Löchern und der Taschenlampe holen er und seine Schwester Mara den Großen Wagen ins Deckenzelt.

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Die Geschichte zum Vorlesen

Jakob drückt die Nase an die verregnete Scheibe, im Flur liegt die Campingausrüstung
Seite 1

Heute wollten sie zelten, und jetzt regnet es. Im Flur liegt alles bereit: das Zelt, vier Schlafsäcke, die Taschenlampe, die Marshmallows. Jakob drückt die Nase an die Scheibe. Pitsch, patsch, pitsch, patsch – der Regen sagt: „Heut nicht!“

Jakob und Mara schauen vom Fensterbrett missmutig in den grauen Regen
Seite 2

Seine große Schwester Mara wollte ihm heute Nacht den Großen Wagen zeigen. „Sieben Sterne“, hatte sie gesagt. „Am Himmel, ganz echt.“ Jetzt ist der Himmel grau wie ein alter Waschlappen. „Kein Zelten. Keine Sterne. Gar nichts“, brummt Jakob.

Die ganze Familie wartet mit Rucksäcken auf der Bank im Flur
Seite 3

„Wir warten“, sagt Papa. „Das hört gleich auf.“ Alle vier sitzen auf der Bank im Flur, die Rucksäcke auf dem Schoß. Sie warten. Und warten. Pitsch, patsch, pitsch, patsch – der Regen sagt: „Heut nicht!“

Eine Ente paddelt über die riesige Pfütze vor dem Haus
Seite 4

„Gleich“, sagt Papa. Die Pfütze vor dem Haus wird ein See. „Gleich“, sagt Papa. Eine Ente paddelt vorbei und sieht sehr zufrieden aus. „Gleich …“, sagt Papa leise. Dann hat er eine Idee.

Papa klopft im strömenden Regen Heringe für das Zelt in den Matsch
Seite 5

„Dann zelten wir eben im Garten!“ Papa rennt mit dem Zelt hinaus. Er klopft die Heringe in den Matsch. Er spannt die Schnüre. Das Zelt steht! Eine Sekunde lang. Dann macht es: Flatsch.

Papa steht klitschnass in der Tür, Mama lacht
Seite 6

Papa kommt zurück, nass wie ein Schwamm. Aus seinem Ärmel tropft Wasser, aus seiner Kapuze auch. Mama lacht so sehr, dass sie sich an der Tür festhalten muss. „Pitsch, patsch“, macht Papa. Sogar Jakob muss ein bisschen grinsen.

Papa bindet das Zelt im Wohnzimmer an Sofa, Stehlampe und Kaktus
Seite 7

„Dann eben drinnen“, sagt Papa und tropft. Er baut das Zelt im Wohnzimmer auf. Aber Heringe gehen nicht in den Holzboden. Also bindet Papa eine Schnur ans Sofa, eine an die Stehlampe und eine an den Kaktus.

Das Zelt sinkt über Papa zusammen, nur seine Füße schauen heraus
Seite 8

Das Zelt hängt schief wie ein müder Elefant. „Gleich steht es“, sagt Papa. Die Stehlampe wackelt. Der Kaktus kippt. Und – pfffft – sinkt das Zelt in sich zusammen, ganz langsam, über Papa drüber.

Die Familie sitzt enttäuscht im Wohnzimmer, Jakob hält die Taschenlampe
Seite 9

Da sitzen sie nun. Papa unter dem Zelt, Mama auf dem Sofa, Mara auf dem Boden. Jakob hält die Taschenlampe und knipst sie an und aus. „Zelten ohne Sterne ist kein richtiges Zelten“, sagt er leise.

Der Lichtkreis der Taschenlampe fällt auf einen leeren Schuhkarton
Seite 10

Klick. Der Lichtkreis wandert über die Wand, über den Schuhkarton von Papas neuen Wanderschuhen. Jakob guckt den Karton an. Dann die Lampe. Dann Mara. „Mara“, fragt er, „wie genau sieht der Große Wagen aus?“

Mara hält einen Deckel mit sieben Punkten, Jakob piekst Löcher hinein
Seite 11

Mara malt sieben Punkte auf den Deckel: vier für den Wagen, drei für die Deichsel. Jakob piekst mit dem Bleistift Löcher hinein. Pieks, pieks, pieks – siebenmal. Dann kommt die Taschenlampe in den Karton. Deckel drauf.

Im Deckenzelt leuchtet der Große Wagen an der Decke, Papas Füße schauen heraus
Seite 12

Mama und Papa bauen aus Decken ein Zelt über Sofa und Stühle. Alle vier kriechen hinein, nur Papas Füße gucken raus. Jakob knipst die Lampe im Karton an. Und oben an der Decke leuchtet er: der Große Wagen.

Papa spuckt beim Zähneputzen in den Kaktus, Mama lacht
Seite 13

„Richtig zelten heißt richtig Zähne putzen“, sagt Papa. Er putzt mit Wasser aus der Feldflasche und spuckt in den Blumentopf. „Nicht in meinen Kaktus!“, ruft Mama. Dann kriechen alle in die Schlafsäcke. Vier in einer Reihe.

Die Familie liegt in vier Schlafsäcken unter dem Großen Wagen
Seite 14

Mara zeigt hinauf: „Vier Sterne für den Wagen. Drei für die Deichsel.“ Jakob zählt ganz leise mit, bis sieben. Am Rand schnarcht Papa schon ein bisschen. Und das Licht im Wohnzimmer ist aus.

Jakob flüstert müde im Schlafsack, draußen regnet es
Seite 15

Draußen regnet es immer noch. Es trommelt aufs Dach und an die Scheibe, gleichmäßig und leise, wie ein großes Herz. Jakob liegt warm in seinem Schlafsack. „Mara“, flüstert er. „Das ist das beste Zelten der Welt.“

Das Deckenzelt leuchtet nachts im dunklen Wohnzimmer
Seite 16

Aber Mara schläft schon. Mama schläft. Papa schnarcht. Über ihnen leuchten sieben kleine Sterne. Pitsch, patsch, pitsch, patsch – der Regen sagt: „Gut Nacht.“ Und Jakob? Der schläft auch. Mitten unterm Großen Wagen.

Ein Deckenzelt mit sieben kleinen Lichtsternen im nächtlichen Wohnzimmer

Ende. Gute Nacht!

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