Gute-Nacht-Geschichte
Kleiner Otter, halt meine Pfote
- ab 4 Jahren
- ca. 2 Min. vorlesen
- 3 Min. anhören
- 8 Seiten
- Aquarell
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Die Geschichte zum Vorlesen

In der Bucht, wo der Seetang wiegt, wohnen die Otter. Am Abend legen sie sich auf den Rücken und lassen sich treiben. Und damit keiner fortschwimmt im Schlaf, halten sie sich an den Pfoten. Mama hält Olli. Olli hält Pip.

Aber heute sagt Olli: „Ich bin schon groß. Ich brauche keine Pfote mehr.“ Er lässt los und paddelt ein Stück zur Seite. „Ich schlafe allein“, sagt er stolz. Mama lächelt nur. „Gute Nacht, mein Großer.“

Die Sterne gehen an, einer nach dem anderen. Das Meer schaukelt sanft: auf und ab, auf und ab. Olli schließt die Augen. Wie schön es ist, groß zu sein. Und wie gemütlich das Wasser wiegt …

Als Olli die Augen wieder aufmacht, ist alles ganz still. Der Mond schaut ihn an. Neben ihm schnarcht leise ein dicker Seehund. Und Mama und Pip? Die sind ein kleines Stück weiter weg als vorhin. Ein ganzes Stück.

„Hm“, macht Olli. Groß sein ist schön. Aber allein wird es ein bisschen kalt an den Pfoten. Da hört er es plätschern. Platsch, platsch, platsch. Etwas Kleines, Flauschiges paddelt auf ihn zu. Es ist Pip!

„Olli!“, piepst Pip. „Ich kann nicht schlafen ohne dich. Du hältst immer meine Pfote.“ Olli schaut seine kleine Schwester an. Dann streckt er die Pfote aus. „Komm her“, sagt er. „Ich halte dich.“

Zusammen paddeln sie zurück zu Mama. Mama hält schon die Pfote auf. „Schön, dass ihr da seid“, flüstert sie. Olli nimmt Mamas Pfote. Und Pip hält Olli. Ganz fest.

Da versteht Olli etwas: Pfotehalten ist nicht nur für Kleine. Pfotehalten ist für alle, die zusammengehören. Und so treiben sie durch die Nacht, drei Otter in einer Reihe, unter tausend Sternen. Gute Nacht, Olli.

Ende. Gute Nacht!