Gute-Nacht-Geschichte
Kleiner Fuchs aus Papier
- ab 4 Jahren
- ca. 3 Min. vorlesen
- 3 Min. anhören
- 8 Seiten
- Papierkunst
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Die Geschichte zum Vorlesen

Romy hat eine Laterne gebastelt. Fast ganz allein! Einen Fuchs aus rotem Papier, mit schwarzer Nase und zwei spitzen Ohren. Ein Ohr ist ein bisschen schief. „Damit hört er besser“, sagt Romy. Heute ist Laternenlaufen. Zum allerersten Mal mit ihrem eigenen Licht.

Als es dunkel wird, zündet Mama das Teelicht an. Da glüht der Fuchs von innen. Seine Augen funkeln, seine Ohren leuchten – sogar das schiefe. Romy hält den Stab ganz fest und singt leise ihr eigenes Lied: „Kleiner Fuchs aus Papier, leuchte, leuchte, bleib bei mir.“

Im Park warten schon viele Lichter: ein Mond, ein Stern, ein Fisch, eine Schnecke. Ganz vorne reitet einer mit rotem Mantel auf einem weißen Pferd. Klipp, klapp. Die Laternen schaukeln hinterher wie eine lange, leuchtende Raupe. Und mittendrin, ganz stolz: Romy mit ihrem Fuchs.

Da kommt der Wind. Huuuiii! Er zupft an den Laternen und pustet in Romys Fuchs. Das kleine Licht flackert und duckt sich ganz tief. „Nicht ausgehen!“, flüstert Romy. Schnell dreht sie dem Wind den Rücken zu. „Kleiner Fuchs aus Papier, leuchte, leuchte, bleib bei mir!“

Huuuiii … dann ist der Wind vorbei. Romys Fuchs leuchtet noch. Puh! Aber was hört sein schiefes Ohr? Da schnieft jemand. Es ist Anton aus der Kita. Seine Schnecke baumelt am Stab, ganz dunkel. „Der Wind hat mein Licht ausgepustet“, sagt er leise.

Mama sucht in allen Taschen nach Streichhölzern. Ein Taschentuch, ein Schlüssel, ein halber Keks – kein Streichholz. Romy schaut ihren Fuchs an. Dann die dunkle Schnecke. „Wird mein Licht kleiner, wenn ich was abgebe?“, flüstert sie. Dann sagt sie trotzdem: „Anton kann von meinem Licht haben.“

Mama nimmt das Teelicht aus der Schnecke. Ganz vorsichtig hält sie es an Romys Flamme. Docht an Docht. Pling! Die Schnecke leuchtet wieder. Und der Fuchs? Der leuchtet genauso hell wie vorher. „Es ist gar nicht weniger geworden“, staunt Romy. „Es ist mehr!“

Zu Hause darf der Fuchs aufs Fensterbrett. Das Teelicht ist aus. Aber der Mond scheint durchs Fenster, und der Fuchs glüht leise. Der Mond hat genug Licht für alle. Romy gähnt. „Kleiner Fuchs aus Papier“, murmelt sie, „leuchte, leuchte … dir und mir.“ Gute Nacht, Romy.

Ende. Gute Nacht!