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Linh im Froschregenmantel springt in eine Pfütze vor dem orangefarbenen Auto, Papa und Frau Sommer lachen

Gute-Nacht-Geschichte

Möhre springt nicht an

  • ab 5 Jahren
  • ca. 4 Min. vorlesen
  • 4 Min. anhören
  • 8 Seiten
  • Bilderbuch

Heute hat Oma Lan Geburtstag, doch Möhre, das kleine orangefarbene Auto, macht nur „Kchhh – kchhh – kchhh“. Die Batterie ist leer. Linh weiß: Wer keine Kraft mehr hat, braucht jemanden, der ihm Kraft leiht. So lernt sie, was Starthilfe ist – mit Nachbarin Frau Sommer und ihrem großen blauen Auto.

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Die Geschichte zum Vorlesen

Papa dreht im Regen den Zündschlüssel, Linh sitzt hinten mit Bild und Blumen
Seite 1

Heute hat Oma Lan Geburtstag. Linh hat ihr ein Bild gemalt: Oma, einen Kuchen und siebzehn Kerzen. Mehr passten nicht drauf. Draußen regnet es Bindfäden. Alle steigen in Möhre, ihr kleines, altes, orangefarbenes Auto. Papa dreht den Schlüssel. „Kchhh – kchhh – kchhh.“ Nichts. Möhre springt nicht an.

Linh drückt auf Papas Schoß auf die Hupe, Papa seufzt
Seite 2

„Vielleicht schläft Möhre noch“, sagt Linh. Sie klettert nach vorn und drückt auf die Hupe, um sie zu wecken. „Möp“, macht Möhre. Ein ganz kleines, müdes Möp. Die Scheibenwischer zucken einmal. Dann nichts mehr. Papa seufzt. „Die Batterie ist leer. Möhre hat keine Kraft mehr.“

Linh drückt ihr Bild an sich und schaut mit großen Augen durch die nasse Autoscheibe
Seite 3

Der Regen trommelt aufs Dach: plitsch, platsch, plitsch. Linh drückt ihr Bild an die Brust. Vielleicht feiert Oma heute ohne sie. Ohne Bild. Ohne Linh. Eine Träne kullert ihr über die Nase, genau wie die Tropfen an der Scheibe. „Wenn ich keine Kraft mehr habe“, schnieft sie, „dann trägt Papa mich.“ Da reißt sie die Augen auf.

Linh klingelt im Regen bei Frau Sommer, Papa kommt mit dem Schirm hinterher
Seite 4

„Möhre braucht jemanden, der ihr Kraft leiht!“ Papa staunt. „Linh, das gibt es wirklich! Das heißt Starthilfe.“ Da rennt Linh schon los, mitten durch alle Pfützen, und klingelt bei Frau Sommer. Frau Sommer hat einen gelben Regenmantel, eine Brummstimme und ein großes blaues Auto. „Starthilfe?“, brummt sie. „Aber sicher!“

Die zwei Autos stehen Nase an Nase mit Starthilfekabeln, Linh ruft vom Gartentor
Seite 5

Das blaue Auto parkt vor Möhre, Nase an Nase. Frau Sommer klemmt zwei dicke Kabel an. „Rot an Rot, Schwarz an Schwarz“, sagt sie. „Wie Händchenhalten.“ Papa will sofort den Schlüssel drehen. „Warte!“, ruft Linh vom Gartentor. „Erst muss das blaue Auto Kraft abgeben!“ Frau Sommer nickt anerkennend. Das blaue Auto brummt. Linh zählt: „Eins, zwei, drei … zehn!“

Möhre springt an, Linh hüpft in eine Pfütze, Frau Sommer und Papa jubeln
Seite 6

„Jetzt!“ Papa dreht den Schlüssel. „Kchhh – kchhh – BRRRUMM!“ Möhre springt an! Sie hustet einmal und schnurrt dann wie eine Katze. Linh hüpft in jede Pfütze. „Kommen Sie mit zum Geburtstag?“, fragt sie Frau Sommer. „Na ja“, brummt Frau Sommer. „Wenn es Kuchen gibt …“ Und schon sitzt sie auf dem Beifahrersitz.

Linh kuschelt sich auf Oma Lans Sofa, an der Wand hängt ihr Bild
Seite 7

Bei Oma Lan ist es warm und duftet nach Kuchen. Oma hängt das Bild an die Wand, gleich neben die Uhr. Linh erzählt die Geschichte von Möhre, erst laut, dann leiser, und beim dritten Mal flüstern alle nur noch: „Rot an Rot, Schwarz an Schwarz.“ Dann kuschelt sich Linh auf Omas Sofa, und ihre Augen werden ganz klein.

Papa trägt die schlafende Linh nachts ins Haus, Möhre blinkt
Seite 8

Auf dem Heimweg ist es dunkel. Die Scheibenwischer singen: wisch, wasch, wisch, wasch. Möhre schnurrt. Linh wird ganz schwer und warm. Zu Hause trägt Papa sie ins Haus, so wie immer, wenn sie keine Kraft mehr hat. Hinter ihnen blinkt Möhre zweimal: blink, blink. Gute Nacht, Möhre. Schlaf schön, Linh.

Das kleine orangefarbene Auto steht nachts unter einer Laterne nach dem Regen

Ende. Gute Nacht!

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