Gute-Nacht-Geschichte
Bruno baut ein Bett für den Mond
- ab 5 Jahren
- ca. 2 Min. vorlesen
- 3 Min. anhören
- 8 Seiten
- Bilderbuch
Kostenlos und ohne Anmeldung. Das Buch öffnet sich auf dem Schreibtisch – „Vorlesen lassen“ startet die Erzählstimme.
Die Geschichte zum Vorlesen

Bruno, der Biber, konnte alles bauen. Dämme und Brücken, Burgen aus Stöcken und einmal sogar eine Rutsche für den Frosch. Eines Morgens, ganz früh, sah Bruno etwas Merkwürdiges: Am hellen Himmel hing noch der Mond. Blass war er. Und er gähnte.

„Armer Mond“, sagte Bruno. „Die ganze Nacht ist er wach und passt auf uns auf. Aber wo schläft er eigentlich?“ Bruno kratzte sich am Kopf. Dann leuchteten seine Augen. „Ich weiß! Ich baue ihm ein Bett!“

Bruno nagte die weichsten Weidenzweige. Eichhörnchen Flitz brachte Moos für das Kopfkissen. Frau Reiher legte große, glatte Blätter als Decke bereit. Und Frosch Quak hüpfte herum und rief: „Größer! Der Mond ist riesig!“

Den ganzen Tag bauten sie. Einen runden Rahmen aus Zweigen, mitten im Teich, wo das Wasser ganz still ist. Mit Moos am Rand und Blättern drumherum. Es war das schönste Bett, das Bruno je gebaut hatte. Nur ein Problem gab es noch.

„Wie kommt der Mond da hinein?“, fragte Flitz. Alle schauten nach oben. Der Mond war so weit weg. Sie konnten ihn nicht herunterholen, nicht mit der längsten Leiter und nicht mit dem höchsten Sprung. Quak versuchte es trotzdem. Platsch.

Bruno setzte sich traurig ans Ufer. Es wurde Abend. Die Sterne kamen. Und dann stieg der Mond über die Bäume, rund und golden. Er schien auf den Teich. Und auf das Wasser. Und auf das stille Wasser mitten im Zweigenring …

Da lag er. Der Mond. Mitten in Brunos Bett, rund und hell und ganz genau hineingepasst. Ein kleiner Wind kräuselte die Blätter, als würde er ihn zudecken. „Er liegt drin!“, flüsterte Flitz. Frau Reiher nickte feierlich. Quak sagte ausnahmsweise gar nichts.

Bruno lächelte. Jetzt konnte der Mond sich ausruhen, die ganze Nacht lang, und trotzdem auf alle aufpassen. Bruno kuschelte sich in seinen Bau und schloss die Augen. „Schlaf gut, Mond“, murmelte er. Und das Wasser schaukelte ganz sanft. Gute Nacht, Bruno.

Ende. Gute Nacht!