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Tilda im Wolkenschlafanzug sitzt mit Taschenlampe und Kuschelhase im Kinderzimmer, an der Wand winkt ihr freundlicher blauer Schatten

Gute-Nacht-Geschichte

Tildas Schatten hat Angst im Dunkeln

  • ab 5 Jahren
  • ca. 2 Min. vorlesen
  • 3 Min. anhören
  • 8 Seiten
  • Papierkunst

Jeden Abend, wenn das Licht ausgeht, ist Tildas Schatten verschwunden – nicht Tilda hat Angst im Dunkeln, sondern ihr Schatten. Mit Taschenlampe und Schattenhasen, Mondlicht und Glühwürmchen zeigt sie ihm, dass die Nacht nicht leer ist, sondern nur leise.

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Die Geschichte zum Vorlesen

Tilda hüpft im Abendlicht über eine Straße, neben ihr hüpft lachend ihr blauer Schatten
Seite 1

Tilda hatte einen Schatten. Er lief hinter ihr her, wenn sie zum Bäcker ging. Er hüpfte mit, wenn sie Himmel und Hölle spielte. Und er machte ganz lange Beine, wenn die Abendsonne schien. Tilda und ihr Schatten waren die allerbesten Freunde.

Tilda sitzt im dunklen Kinderzimmer im Bett, drückt ihren Kuschelhasen und sucht ihren Schatten
Seite 2

Doch jeden Abend, wenn Mama das Licht ausknipste, war der Schatten weg. Einfach verschwunden. „Wo bist du?“, flüsterte Tilda ins Dunkle. Keine Antwort. Da verstand sie: Nicht sie hatte Angst im Dunkeln. Ihr Schatten hatte Angst!

Am Morgen hebt Tilda die Bettdecke an und lächelt ihren kleinen, schüchternen Schatten unter dem Bett an
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Am nächsten Morgen fand Tilda ihn unter dem Bett, ganz klein und zittrig. „Hab keine Angst“, sagte sie. „Ich zeig dir, wie schön die Nacht ist.“ Der Schatten nickte vorsichtig. Jedenfalls wackelte da unten etwas Dunkles.

Tilda macht mit den Händen einen Hasen, ihr Schatten an der Wand formt lange Hasenohren
Seite 4

Am Abend holte Tilda ihre Taschenlampe. Klick! Da war der Schatten wieder, groß und deutlich an der Wand. Tilda formte mit den Händen einen Hasen. Der Schatten machte zwei lange Ohren. Sie formte einen Vogel. Der Schatten flatterte über die Tapete. Und er kicherte. Ganz leise.

Tilda steht am offenen Fenster im Mondlicht, ihr Schatten streckt sich lang über den Boden
Seite 5

Dann gingen die beiden zusammen ans Fenster. Draußen leuchtete der Mond. „Schau“, sagte Tilda. „Der Mond hat auch eine Lampe für dich.“ Im Mondlicht lag der Schatten lang und silbern auf dem Boden. Er streckte sich, so weit er konnte.

Tilda und ihr Schatten schauen vom Fenster auf Glühwürmchen, Sterne und eine Laterne im Garten
Seite 6

Tilda zeigte ihm die Glühwürmchen im Garten, die blinkenden Sterne und die Laterne an der Straßenecke. Überall, wo ein kleines Licht war, war auch ein Platz für den Schatten. „Siehst du?“, flüsterte Tilda. „Die Nacht ist nicht leer. Sie ist nur leise.“

Tilda liegt neben einem runden Papiermond-Nachtlicht im Bett, ihr Schatten ruht schläfrig an der Wand
Seite 7

Zurück im Bett knipste Tilda ihr kleines Nachtlicht an. Es war ein runder Mond aus Papier. Der Schatten kuschelte sich an die Wand neben ihr Kissen. Er sah jetzt gar nicht mehr zittrig aus. Er sah aus wie jemand, der gleich einschläft.

Tilda lächelt mit geschlossenen Augen, an der Wand zeigt ihr Schatten einen Daumen hoch
Seite 8

„Gute Nacht, Schatten“, sagte Tilda. Und an der Wand reckte sich ganz langsam ein Schatten-Daumen in die Höhe. Seitdem hat keiner von beiden mehr Angst im Dunkeln. Und wenn doch einmal, dann machen sie einfach zusammen einen Hasen an die Wand.

Ein leuchtendes Papiermond-Nachtlicht, daneben ein kleiner lächelnder Schattenhase an der Wand

Ende. Gute Nacht!

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